
Sportrait
Familie Rösner
von 1994
Kegelverückt sind sie alle, die vier Rösners aus Klein Ilsede. Anfang der fünfziger Jahre war Vater Werner zu den Kegeljungen des Peiner Keglervereins gestoßen. Für ein paar Pfennige am Abend mußte er Schwerstarbeit beim Aufstellen der Kegel leisten. Aber sie schärfte das Reaktionsvermögen, besonders wenn es galt, mit sanfter Nachhilfe die berüchtigten "Achten ums Vordereck" fallen zu lassen, die dann für den Rest des Kegelabends freies Essen und Getränke bescherten. Und so ganz nebenbei konnte er die Spieltechnik der Besten bewundern und von ihnen lernen. Viele Kegeljungen gelangten allein schon durchs Zuschauen zu erstaunlichen Kegelfertigkeiten, so auch Klein Werner.
Mit 15 trat er dann folgerichtig der Jugendabteilung und zugleich dem KSC Humor bei. Das Jugendtraining betrieb er so ernsthaft, daß er zunächst aushilfsweise und schließlich als Jugendwart die Zügel fest in seine Hände nahm. Dabei fand er nicht nur für seine Zöglinge den richtigen Ton, sondern auch seine spätere Lebensgefährtin Ingelore, ebenfalls eine aufstrebende Sportkeglerin.
18 Jahre lang trainierte der die Jugend mit meisterlichen Erfolgen. Die Hälfte der sportlichen Leistungsträger des derzeitigen Erstligisten der Flotten Neun hat bei ihm die ersten Schritte auf dem Linoleum, Wurftechnik und Sportsgeist erlernt. Nach dieser langen Zeit mußte aber ein frischer Wind in die Jugendarbeit, die Gleise waren zwar erfolgreich, aber eingefahren.
Doch nun warteten neue Aufgaben. Die erfolgreich absolvierte Schiedsrichterprüfung und der Posten des Vereinssportwartes bedeuteten, daß mehrmals in der Woche und an fast allen Wochenenden die Belange von Verein, Bezirk und Verband Vorrang hatten. Ohne das Verständis und die Mitarbeit seiner Frau Ingelore wäre "der ganze organisatorische Verwaltungskram" bis heute nicht zu schaffen gewesen.
Und so ganz nebenbei wurde auch noch gekegelt. Jede Bahnlage der näheren und weiteren Umgebung ist beiden durch den Punktspielbetrieb bekannt, und wenn die eigene Teilnahme an Bezirks-, Landes- und Deutschen Meisterschaften verpaßt wurde, war es selbstverständlich, Jugendliche und erwachsene Aktive als Betreuer zu begleiten oder sie einfach nur per PKW auch zu entfernten Wettkampforten zu chauffieren.
Wen wundert es, daß auch der doppelte Nachwuchs der Rösners zum Kegelsport gelangte! Sohn Mirco wartet von der Landesjugendliga bis hinauf zu Deutschen Meisterschaften auf allen Bahnarten mit überdurchschnittlichen Wettkampfergebnissen auf. Tochter Sandra spielte sich in den Nationalkader der weiblichen Jugend, ist bereits Leistungsträgerin des Bezirksligateams Germania und kann die Sammlung ihrer Pokale, Urkunden und Auszeichnungen kaum noch unterbringen.
Daß auch die bevorstehende Wettkampfsaison wieder reibungslos und sportlich erfolgreich verläuft ... die Rösners sind ein Garant hierfür.
Nachtrag:
Lang, lang ist’s her . . . Mirco hat den Kreis Peine aus beruflichen Gründen verlassen, Sandra ist nach Verletzungsanfälligkeit und Mutterfreuden nicht mehr aktiv, Ingelore spielt noch gelegentlich in der 2. Mannschaft der Flotten Neun nachdem sich ihr Klub Germania mangels Masse aufgelöst hat, und Werner bestreitet Punktspiele im Klub Humor und ist als Bundes- und Nationalschiedsrichter viel unterwegs.
geschrieben von Herbert Stroppe
letzte Aktualisierung: 03.02.2008